Ein Blick in einen beliebigen Chorordner zeigt: Kaum ein Stück existiert nur in einer einzigen Fassung. Da gibt es die Chorpartitur für alle, den Klavierauszug für die Probe, eine transponierte Ausgabe für ein besonderes Konzert und vielleicht noch einen Auszug für eine einzelne Stimme. Genau dafür gibt es in Chorilo Noten-Versionen: Alle Fassungen eines Stücks liegen in einem einzigen Eintrag, und jedes Mitglied wechselt mit einem Klick oder Tipp zwischen ihnen.
Warum ein Stück selten nur eine Fassung hat
Die Gründe für mehrere Fassungen sind so vielfältig wie die Chorarbeit selbst. Ein Arrangement gibt es mit und ohne Klavierbegleitung – begleitet für das Weihnachtskonzert, a cappella für den Auftritt in der Kirche. Ein Stück liegt einen Ton tiefer vor, weil die Originaltonart für den Chor unbequem ist. Für neue Mitglieder oder zum gezielten Üben ist ein Auszug praktisch, der nur die eigene Stimme zeigt. Und manchmal existieren schlicht zwei Ausgaben verschiedener Verlage mit unterschiedlichem Notenbild.
Doppelte Einträge machen die Notenliste unübersichtlich
Ohne eine Lösung für dieses Alltagsproblem landet jede Fassung als eigener Eintrag in der Notenliste. Aus einem Stück werden schnell drei oder vier Zeilen, die sich nur in einem Wortzusatz unterscheiden. Hörbeispiele und Schlagworte müssen mehrfach gepflegt werden, bei Terminen ist unklar, welcher Eintrag verknüpft gehört, und im Konzert öffnet garantiert jemand die falsche Ausgabe. Je größer das Repertoire, desto mühsamer wird das Suchen.
So funktionieren Noten-Versionen
In Chorilo bleibt jedes Stück ein einziger Eintrag in der Notenliste – ganz gleich, wie viele Fassungen es davon gibt. Die einzelnen Ausgaben liegen als Versionen im Stück, jede mit einem eigenen, frei wählbaren Namen wie »Mit Klavier«, »A cappella« oder »Nur Sopran«. Eine Fassung ist die Standard-Version: Sie öffnet sich zuerst, wenn jemand das Stück aufruft. Die Zahl der Versionen ist nicht begrenzt; die Dateien zählen wie alle Noten zum Speicherplatz des Chors. Sehen kann die Fassungen jedes Mitglied, das das Stück öffnen darf.
Eine neue Fassung hinzufügen
Neue Fassungen legen Sie beim Bearbeiten des Stücks an. Dort finden Sie den Bereich für die Versionen, in dem die vorhandenen Fassungen als Reiter nebeneinander stehen. Über die Schaltfläche für eine neue Version vergeben Sie einen sprechenden Namen, wählen die passende Datei aus und laden sie hoch – die neue Fassung erscheint sofort als eigener Reiter. Über die Reiter lässt sich jede Fassung später umbenennen, ihre Datei ersetzen oder wieder löschen. Anlegen und Verwalten von Versionen ist allen möglich, die Noten bearbeiten dürfen.
Die Standard-Version: was sich zuerst öffnet
Die Standard-Version ist die Fassung, mit der die meisten im Chor arbeiten – in der Regel die Chorpartitur. Sie ist am Stern im Reiter zu erkennen und öffnet sich zuerst, im Browser genauso wie in der App. Welche Fassung Standard ist, legen Sie mit einem Klick fest. Und sollte die Standard-Version einmal gelöscht werden, rückt automatisch die nächste Fassung nach, sodass das Stück nie ohne Ausgangspunkt dasteht.
Zwischen Fassungen wechseln – am Rechner und in der App
Beim Ansehen eines Stücks im Browser erscheint über der Vorschau eine Auswahl, sobald mehrere Fassungen vorhanden sind. Ein Klick genügt, und die andere Ausgabe wird angezeigt; auch das Herunterladen liefert immer genau die gerade gewählte Fassung. In der App führt ein Tipp auf den Titel des geöffneten Stücks zur Auswahl der Fassungen. Gibt es nur eine Version, ändert sich nichts am gewohnten Ablauf.
Einzeichnungen gehören zur Fassung
Wer in seinen Noten Atemzeichen setzt, Einsätze markiert oder Notizen an den Rand schreibt, möchte diese Markierungen genau dort wiederfinden. Deshalb gehören Einzeichnungen in Chorilo immer zu der Fassung, in der sie entstanden sind. Wer die Fassung wechselt, sieht die Markierungen dieser Ausgabe – und eine neu hinzugefügte Version beginnt ohne Markierungen. So passen die eigenen Zeichen immer zum Notenbild, auch wenn die Fassungen unterschiedlich viele Seiten haben. Wird die Datei einer Fassung ersetzt, entscheiden Sie, ob die Einzeichnungen der Mitglieder erhalten bleiben oder gelöscht werden; beim Löschen einer Fassung fragt Chorilo sicherheitshalber noch einmal nach.
Was für alle Fassungen gilt
Hörbeispiele, Schlagworte und die Verknüpfung mit Terminen gehören zum Stück selbst, nicht zu einer einzelnen Fassung. Ein Übe-Track muss also nur einmal hochgeladen werden und steht in jeder Ausgabe zur Verfügung. Auch bei Terminen bleibt alles einfach: Verknüpft ist das Stück – welche Fassung die Einzelnen öffnen, bleibt ihnen überlassen.
Drei Beispiele aus der Praxis
Ein gemischter Chor probt sein Konzertprogramm mit Klavierbegleitung, tritt aber a cappella auf: Beide Ausgaben liegen als Fassungen im selben Stück, die begleitete Ausgabe ist Standard, und vor dem Auftritt wechseln alle mit einem Tipp zur A-cappella-Ausgabe. Ein Kinderchor singt ein Stück einen Ton tiefer als notiert: Die transponierte Fassung liegt neben dem Original, und die Einzeichnungen der Chorleitung bleiben in beiden Ausgaben getrennt erhalten. Und für neue Mitglieder stellt die Notenwartin zusätzlich eine Fassung ein, die nur die eigene Stimme mit Text zeigt – ideal zum Lernen zu Hause, ohne dass dafür ein zweiter Eintrag in der Notenliste nötig wäre.
Noten-Versionen stehen in Chorilo im Web und in der App bereit. Wenn Ihr Chor seine Noten noch in Ordnern und E-Mail-Anhängen verwaltet, ist jetzt ein guter Moment, das zu ändern: Chorilo lässt sich kostenlos ausprobieren – mit digitaler Notenmappe, Terminplanung und allem, was die Chorarbeit leichter macht.
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